Systemische Familienaufstellung

Familien- und Systemaufstellungen haben sich im Laufe von über 60 Jahren entwickelt.

Stellvertretend für Familienangehörige werden Teilnehmer in Beziehung zueinander aufgestellt. Ihre aufkommenden Gefühle und Reaktionen machen die bis dahin unbewusste Dynamik im System deutlich.

Die Aufstellungsarbeit nutzt das kollektive Unbewusste der Gruppe, um verdrängte Identifikationen, Verstrickungen und Konflikte in der jeweiligen Familie ans Licht zu bringen.

Wir sind mit unserem Dasein in ein mehrere Generationen umfassendes Familiensystem eingebunden. Die darin wirkenden Kräfte – insbesondere ungelöste Konflikte, Traumen, frühe Verluste, alte Schuld können unser Verhalten so steuern, dass damit das Gelingen oder Scheitern unserer Lebensziele verbunden ist.

 

Ablauf einer systemischen Familienaufstellung

Vor einer Aufstellung

Mit meiner  15-jährigen Erfahrung in der Aufstellungsarbeit habe ich festgestellt, dass eine gesonderte Auftragsabklärung mit ausführlicher Genogrammarbeit die Beziehung zum System deutlich macht und mögliche Themen und Verstrickungen während dieser Sitzung bereits zum Vorschein kommen.

Während einer Aufstellung

Während der Aufstellung lasse ich die Hauptperson an Hand der sich ergebenden Dynamik ihre Situation wiedererkennen und führe sie langsam durch den Prozess der Lösungsfindung.

Dabei zeigt sich die bestmögliche Lösung durch die Rückmeldungen der Teilnehmer, ihren Erkenntnissen und ihrem Aufatmen.

Dauer einer Aufstellung

In der Regel dauert eine solch intensive Aufstellung ca. 90 Minuten und wird als tiefer therapeutischer Prozess erlebt. Die emotionalen Vollzüge, das Finden der richtigen Ordnung und des eigenen stimmigen Platzes sind oft tief bewegend und setzen heilsame und schöpferische Kräfte im Einzelnen und in der Familienseele frei.

Wirkung nach einer Aufstellung

Das kollektive Unbewusste ebenso wie das Unbewusste jedes Teilnehmers, jeder Teilnehmerin nimmt diese neue Erfahrung mit und ermöglicht sich auf die Suche nach neuen lösenden Einstellungen und Handlungen in ihrem Leben zu begeben.

Oft ist die Auflösung einer Verstrickung die Voraussetzung eines guten Therapeutischen Prozesses, bei dem dann auch die persönlichen Bedürfnisse, Ziele angegangen werden können.

 

Wann ist die System- und Familienaufstellungen sind hilfreich und zu empfehlen?

  • Wenn es in der Paarbeziehung, in der Familie oder mit Kindern Konflikte gibt, und wenn es schwer ist, sich zugehörig und in Liebe verbunden zu fühlen.
  • Wenn es schwierig ist, dauerhafte Partnerschaften aufzubauen.
  • In bzw. nach Trennungssituationen.
  • Wenn man im Leben scheitert und es nicht recht gelingen will, Ziele im persönlichen und im beruflichen Bereich zu erreichen.
  • Vor schweren Entscheidungen.
  • Bei Depressionen, Ängsten, Essstörungen und anderen seelischen Störungen.
  • Bei psychosomatischen und körperlichen Symptomen sowie bei schweren Krankheiten.

Diese Methode eignet sich ebenso hervorragend in supervisorischen Kontexten, für Organisationsaufstellungen, für kreative Aufstellungen auf der Suche nach dem Weg zum Ziel.


Aufstellungsarbeit bietet auf drei Ebenen wertvolle Lernerfahrungen

  • reine Beobachtung während einer Aufstellungsarbeit. Hier beobachtet der Teilnehmer sowohl den Prozess im aufgestellten System, als auch die Interventionsarbeit der Therapeuten. Der Beobachter kann gleichzeitig- sowohl bewusst als auch unbewusst- lösungsorientierte Erkenntnisse für sein eigenes System gewinnen.
  • Der teilnehmende Beobachter erhält zusätzlich zu den oben genannten Lernerfahrungen die Möglichkeit, sich als Repräsentant eines anderen Systems aufstellen zu lassen. Dabei nimmt er Anteil an den Dynamiken und Lösungsschritten des anderen Systems. Gefühle und Wahrnehmungen werden erweitert, bzw. unbewusst für eigene Themen nutzbar.
  • Hier bringt der Teilnehmer ein eigenes Anliegen vor. Dieses wird lösungsorientiert bearbeitet.